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Guten Tag,
endlich zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen. Das muss gefeiert werden, finden Sie nicht? In Großbritannien versammeln sich jedes Jahr um diese Zeit hunderttausende Britinnen und Briten am Ufer der Themse, um zwei Booten dabei zuzusehen, wie sie von Putney nach Mortlake rudern. Das ist schon seit 1829 so und wieder einmal eine dieser eigenwilligen britischen Traditionen–und wie so oft steckt auch hier eine interessante Geschichte dahinter.
Denn das Boat Race zwischen Oxford und Cambridge ist "Britishness" in reinster Form: Es wird ernsthaft betrieben und erreicht weltweit Millionen Zuschauer. Es kam dazu, weil sich zwei Schulfreunde nach dem Studium wiedertrafen und unbedingt herausfinden wollten, welche Universität die besseren Ruderer hat. Die Antwort lautet nach fast 200 Jahren und 170 Rennen zumeist Cambridge, aber nur knapp.
2009 war das für ein paar Freunde zu viel des würdevollen Gehabes und sie gründeten aus einer Bierlaune heraus kurzerhand eine Gegenveranstaltung: das Goat Race. Auf der Spitalfields City Farm ging es dann genauso kompetitiv zu, wie auf der Themse. Allerdings mit weniger Tempo und Publikum. Zwei Ziegen, eine für Oxford und eine für Cambridge, trotteten hinter einem Eimer Futter her, während 1.200 Menschen sie anfeuerten und auf den Sieg wetteten. Es gab einen Goatry Slam und einen Goat-e-oke–das war wahrscheinlich Karaoke mit Ziegengeschrei. Das klingt großartig, oder?
Leider sind die tierischen Athleten inzwischen schlicht zu alt für das Rennen und das Goat Race findet seit einigen Jahren nicht mehr statt. Die Ziegen haben sich wohlverdient zur Ruhe gesetzt. Bleibt zu hoffen, dass es demnächst Nachwuchstalente gibt. Und das Boat Race ist ja ein ebenso spannender Anlass, die ersten Sonnenstrahlen zu feiern. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Frühlingsanfang.
Es grüßt Sie herzlich
Heike Fries
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Traumort: Cromarty, Black Isle in Schottland
Wenn Sie dieses entzückende Dörfchen besuchen, wollen Sie eventuell nie mehr weg. Denn der kleine Hafenort an der Spitze der Halbinsel Black Isle wird regelmäßig zu einem der begehrtesten Wohnorte und beliebtesten Reiseziele Schottlands gewählt. Das liegt sicher an der bezaubernden Mischung aus Gastfreundschaft, atemberaubenden Landschaften, spannender Architektur, interessanten Museen und jeder Menge Geschichte–und natürlich an der ortsansässigen Tümmlerkolonie. Cromarty besticht schon auf den ersten Blick durch dicht gedrängte Fischerhäuschen und historische Kaufmannshäuser. Zu den architektonischen Höhepunkten zählen zudem ein Leuchtturm, der von Robert Louis Stevensons Onkel erbaut wurde, eine mittelalterliche Pfarrkirche und das strohgedeckte Geburtshaus des Geologen Hugh Miller aus dem 19. Jahrhundert.
Dieses Video nimmt Sie virtuell mit nach Cromarty.
Alte Steine und ferne Sterne: Llanthony Priory in Wales
Wenn Sie durch den Brecon Beacons National Park wandern, können Sie eine echte überraschung entdecken–oder besser gesagt die noch immer imposanten Überreste davon. Denn diese 900 Jahre alte Ruine war einst eines der großartigsten mittelalterlichen Gebäude in ganz Wales. Die Llanthony Priory liegt versteckt im Vale of Ewyas unterhalb der düsteren Black Mountains und strahlt weiterhin Ruhe und Kontemplation aus. Der normannische Ritter William de Lacy gab einst den Krieg auf und wandte sich der Religion zu. Er gründete hier eine Einsiedelei, aus der bis 1118 ein Augustinerkloster entstand, das 1539 aufgegeben wurde. Die frühere Pracht lebt in den relativ gut erhaltenen, reich verzierten Steinmetzarbeiten und Spitzbögen weiter. Die Ruine gilt heute als einer der zehn besten Orte im Nationalpark, um Sterne zu beobachten.
Erleben Sie die Ruine in diesem Video virtuell.
Sir Walter Scotts Lieblingsort: Stamford in Lincolnshire
Haben Sie schon einmal gedacht: Jetzt am allerschönsten Ort der Welt zu sein, das wäre es? Dann nichts wie hin nach Stamford–zumindest, wenn es nach Sir Walter Scott und der Sunday Times geht. Ersterer bezeichnete Stamford einst als die schönste Sehenswürdigkeit zwischen Edinburgh und London. Und die Sunday Times kürte das Städtchen kürzlich zum lebenswertesten Ort Großbritanniens. Das weckt Erwartungen, die Stamford locker erfüllt: Mit über 600 denkmalgeschützten Gebäuden und fünf mittelalterlichen Kirchen ist die Stadt ein architektonisches Juwel. Der Name Stamford bedeutet übrigens "steinige Furt" und bezieht sich auf die Stelle, an der die römische Ermine Street den Fluss Welland überquerte. Der Wohlstand beruhte im Mittelalter vor allem auf dem Wollhandel und später auf Postkutschenreisen entlang der Great North Road. Mehrere ehemalige Gasthöfe für die Reisenden von damals sind noch erhalten, darunter das berühmte George Hotel aus dem Jahr 1597 mit seinem markanten Galgenschild über der Straße.
Erkunden Sie das traumhafte Städtchen in diesem Video.
Mehr als Seemannsgarn: Robin Hood‘s Bay in Yorkshire
Falls Sie Seemannsgarn oder Piratengeschichten lieben, werden Sie sich in Robin Hood‘s Bay wie ein Teil davon fühlen. Das alte Fischerdorf liegt an der Heritage Coast der North York Moors und ist einfach nur entzückend. Wenn Sie durch die engen, verwinkelten Kopfsteinpflastergassen schlendern, können Sie sich leicht vorstellen, wie vor Hunderten von Jahren Seeleute, Schmuggler und andere illustre Gestalten dort entlanggingen. Heute ist Robin Hood‘s Bay ein lebendiges Dorf mit Cafés, Pubs, Restaurants, kleinen Geschäften und vielen schönen Küsten- und Landwanderwegen direkt vor der Haustür. Der aufsehenerregende Name entstand wohl eher aus Zufall–oder aus Liebe zur Literatur. Denn die englische Ballade "The Noble Fisherman" erzählt, wie Robin Hood eine Stelle als Fischer annimmt, französische Piraten mit seinen Bogenschießkünsten besiegt und die Hälfte der erbeuteten Schätze verwendet, um ein Heim für die Armen zu bauen. Wer weiß, vielleicht hat das einst die Einheimischen zur Namensgebung inspiriert.
Spazieren Sie in diesem Video durch die Gassen.
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Kultur-Tour |
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Tracey Emin: A Second Life in der Tate Modern in London
Dame Tracey Emin ist eine der bedeutendsten zeitgenössischen Künstlerinnen ihrer Generation. Das war in den 1990er-Jahren noch nicht abzusehen, als sie mit ihrem für den Turner-Preis nominierten Werk "My Bed" heftige Debatten auslöste und die Frage nach dem Wesen der Kunst aufwarf. Tracey Emin war damals das Enfant terrible, gilt heutzutage aber als die Grand Dame der britischen Kunst. Eine schwere Erkrankung hat ihren Blick auf das Leben erweitert, und das ist auch in dieser Ausstellung zu spüren. Die gezeigten Werke zeichnen Tracey Emins bahnbrechendes Schaffen über einen Zeitraum von 40 Jahren nach. Neben ikonischen Exponaten lassen sich auch bisher unveröffentlichte Arbeiten bestaunen. Mit Malerei, Video, Textilien, Neonarbeiten, Schrift, Skulpturen und Installationen fordert die Künstlerin noch immer Grenzen heraus und nutzt den weiblichen Körper als kraftvolles Werkzeug, um Leidenschaft, Schmerz und Heilung zu erforschen.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 31. August 2026.
Ikon Gallery: What are the Odds? in der Library of Birmingham
Wie hängen Kunst und Gesundheit zusammen? Und wie lassen sich Probleme in Gesundheitssystemen künstlerisch betrachten? Diese Ausstellung gibt auf diese eher sperrigen Fragen überraschend tiefgründige Antworten. In einer immersiven Präsentation im Stil einer Retro-TV-Show nehmen die Künstlerinnen und Künstler das Publikum zum Beispiel mit auf eine Reise durch das Leben: von der Geburt über Pflege und Krankheit bis hin zum Tod. Dabei geht es auf kreative Weise um wichtige Fragen der Gesundheitsgerechtigkeit. Foka Wolf visualisiert zum Beispiel in ihrer Installation "Why Are We Stuck in Hospital?" mit Daten und Grafiken, warum das Gesundheitssystem so oft feststeckt. Niki Gandy hat gemeinsam mit Gefangenen im HMP Birmingham untersucht, wie wenig Tageslicht Menschen in Haft bekommen–und was der Vitamin-D-Mangel mit ihrem Körper macht.
Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Juni 2026 zu sehen.
Rose Wylie: The Picture Comes First in der Royal Academy in London
Rose Wylie ist 91 Jahre alt–und malt noch immer bis tief in die Nacht. Sollten Sie jemals geglaubt haben, für irgendetwas zu alt zu sein, ist sie der beste Gegenbeweis. Die Autorin Germaine Greer bezeichnete sie 2010 als "Großbritanniens heißeste neue Künstlerin"–damals war Rose Wylie 76 Jahre alt. Diese Ausstellung vereint Rose Wylies bekannteste Kunstwerke mit brandneuen und bisher unveröffentlichten Gemälden. Es ist die bislang größte Schau der Künstlerin. Rose Wylies Werke sind wild, bunt und voller Bezüge zu Kino, Prominenten und Literatur. Zu ihren hauptsächlich weiblichen Figuren gehören Elizabeth I., Nicole Kidman, Marilyn Monroe, Serena Williams und Schneewittchen.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 19. April 2026.
John Minihan: Visual Poetry in der National Gallery in Dublin, Irland
Diese Ausstellung bietet einen spannenden Einblick in John Minihans über 60-jährige Karriere und beleuchtet seine Erfahrungen als Pressefotograf für die Daily Mail. Er begann dort mit 16 Jahren und wurde durch ein Porträt von Samuel Beckett bekannt. Von Anfang an wollte er "das, was vielleicht unbemerkt geblieben wäre", fotografieren und die Poesie des Alltags in den Mittelpunkt rücken. Diese Ausstellung zeigt, dass ihm das eindrucksvoll gelungen ist. Während ihrer Laufzeit wird sie zweimal rotieren, sodass immer wieder neue Werke zu bestaunen sind.
Die Ausstellung ist noch bis zum 11. Oktober 2026 geöffnet.
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Fürs Heimkino |
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In der Arte-Mediathek:
Motherland
Bitterböse und mit tiefschwarzem Humor erkundet diese Comedy den kaum zu bewältigenden Spagat zwischen Karriere und Muttersein. Als ihre eigene Mutter plötzlich nicht mehr als Kindermädchen einspringen kann, findet sich Julia Johnston, PR-Frau und Mutter von zwei Kindern, mitten im Chaos wieder. Denn sie versucht, Elternabende, die Müttergruppe und ihren fordernden Job unter einen Hut zu bringen–mit überschaubarem Erfolg. Regelmäßig sorgt das für herrlich chaotische Szenen, denn die überforderte Mutter setzt wirklich alles daran, Kindererziehung, Karriere und eine halbwegs gute Figur im galoppierenden Kapitalismus zu wahren–was für Umstehende auch mal böse ins Auge gehen kann. Schrill, witzig und erschreckend treffend.
In der Arte-Mediathek können Sie drei Staffeln streamen.
Bei Amazon:
Bait
Shah Latif, gespielt von Riz Ahmed, ist Schauspieler–talentiert, aber nicht gerade vom Glück verfolgt. Da erreicht ihn plötzlich eine Nachricht, die alles verändern könnte: Er ist zum Vorsprechen für den nächsten James Bond geladen. Von diesem Moment an gerät sein Leben aus den Fugen, denn seine Familie ist komplett aus dem Häuschen–vor Freude und vor Sorge. Wie lässt sich der ausschweifende Lebenswandel eines MI6-Agenten bloß mit den strengen Traditionen in Einklang bringen? Dabei hat Shah die Rolle ja noch gar nicht in der Tasche. Spannend ist übrigens, dass Shah-Darsteller Riz Ahmed tatsächlich schon als neuer Bond gehandelt wurde. Ab dem 25. März steht die erste Staffel auf Amazon bereit.
Bei Amazon:
Young Sherlock
Wenn es nach Regisseur Guy Ritchie geht, waren die Jugendjahre des weltberühmten Detektivs alles andere als bedächtig. Denn in dieser Serie geht es richtig zur Sache. Als der junge Sherlock in Oxford erstmals auf James Moriarty trifft, entsteht zunächst eine Freundschaft. Doch bald wird der spätere Meisterdetektiv in einen Mordfall verwickelt, der immer größere Ausmaße annimmt–und für ihn persönliche Konsequenzen hat. Plötzlich geht es um Macht, Intrigen und internationale Verbindungen, deren Tragweite sich erst allmählich offenbart. Und es entsteht eine Rivalität zwischen Sherlock Holmes und Moriarty, die weit über diesen Fall hinausreichen wird.
Die Serie steht ganz neu auf Amazon bereit.
Kino zuhause:
Mord mit kleinen Fehlern
Lieben Sie Krimis der alten Schule? Dieser Film ist so einer: Der exzentrische Kriminalautor Andrew Wyke lädt den Liebhaber seiner Frau, Milo Tindle, auf sein abgelegenes Anwesen ein–und bald entspinnt sich ein raffiniertes Katz-und-Maus-Spiel voller Intrigen und doppeltem Boden. Der Film von 1972 besticht durch scharfsinnige Dialoge und subtilen Humor–und ist zugleich Hommage und Parodie auf den englischen Kriminalroman. Alfred Hitchcock zeigte einst Interesse an der Vorlage, doch Regisseur Joseph L. Mankiewicz sicherte sich den Stoff und inszenierte damit sein fulminantes Spätwerk. Die beiden Hauptdarsteller Laurence Olivier und Michael Caine liefern sich dabei ein legendäres Duell, das beiden jeweils eine Oscar-Nominierung einbrachte.
Der Film ist in der Arte-Mediathek abrufbar.
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TV-Tipps |
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Aktuelles |
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Zwei rekordverdächtige Esel
Zwei Esel aus dem Radcliffe Donkey Sanctuary im englischen Huttoft, Lincolnshire, haben es ins Guinness-Buch der Rekorde 2026 geschafft–und könnten kaum unterschiedlicher sein. Dynamic Derrick, kurz Derrick genannt, ist mit beeindruckenden 167 Zentimetern der größte Esel der Welt. Sanctuary-Besitzerin Tracy Garton schmunzelt, wenn sie erzählt, dass viele Besucher ihn zunächst für ein Maultier halten. Trotz seiner imposanten Größe ist Derrick ein sanfter Riese–zutraulich, verschmust und voller Charme. Nur eines sollte man lieber vermeiden: ihm im Weg zu stehen, denn er läuft unbeirrt geradeaus–meist ohne böse Absicht, aber durchaus mit Nachdruck. Sein Stallgefährte Bambou hält dafür einen anderen Guinness-Rekord: Mit 35 Zentimetern hat er die längsten Ohren aller lebenden Esel. Dank seines zottigen Fells ist er bei den Besuchern ohnehin ein Liebling, auch wenn das Team augenzwinkernd zugibt, dass Bambou nicht der Hellste ist. Doch mit seinem freundlichen Wesen gewinnt er jedes Herz. Das Radcliffe Donkey Sanctuary existiert bereits seit den frühen 1990er-Jahren und kümmert sich um verlassene, verletzte oder vernachlässigte Esel. Rund 60 Tiere leben aktuell auf dem Gelände–die meisten von ihnen haben dort ein dauerhaftes, liebevolles Zuhause gefunden. Für Tracy Garton sind die Guinness-Rekorde von Derrick und Bambou vor allem eines: ein schöner Anlass, auf die Bedeutung des Esel- und Tierschutzes aufmerksam zu machen.
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Lesestoff |
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Jamie Oliver: Eat Yourself Healthy
Gesund essen, aber bitte mit Genuss–das ist Jamie Olivers Credo in seinem neuesten Kochbuch. Es bietet 120 Rezepte, die satt machen, Energie geben und dabei wirklich gut schmecken, dazu praktische Alltagstipps und einen Ernährungsplan für den idealen Einstieg. Es gibt keinen Verzicht, keine Verbote–sondern Leckeres auf dem Teller und viel gute Laune beim Kochen. Wer sich von einem der bekanntesten Köche der Welt ein bisschen gesünder durchs Leben begleiten lassen möchte, ist hier genau richtig.
Den Roman finden Sie in unserem Shop – solange der Vorrat reicht!
Elisa Jakob: Queen Victoria
Neun Kinder, sechs Attentate, ein Weltreich–und dann der Verlust des Menschen, der ihr nahestand. Elisa Jakobs Roman über Queen Victoria setzt genau an diesem Wendepunkt, in dem die mächtigste Herrscherin der Welt in Trauer versinkt und die Krone ins Wanken gerät. Der Roman zeichnet das Porträt einer Frau, die immer wieder zwischen Pflicht und Leben hin- und hergerissen war. Für alle, die Geschichte lieben, wenn sie unter die Haut geht.
Der Roman ist in unserem Shop zu finden (solange der Vorrat reicht).
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Sprachecke: Was für ein Wetter! |
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Der Frühling sorgt ja oft für Wetterkapriolen–in Großbritannien ist das die ideale Gelegenheit, besonders ausgiebig über das Wetter zu sprechen. Aber eigentlich lohnt sich das zu jeder Jahreszeit. Denn kaum ein Thema liegt den Britinnen und Briten so sehr am Herzen wie das Wetter. Kein Wunder, denn es ist Gesprächseinstieg, Eisbrecher und sozialer Kitt zugleich. Und wenn Sie gekonnt mitreden möchten, ist es sinnvoll, die eine oder andere Wettervokabel mit im Gepäck zu haben.
Zum Einstieg hier zunächst die wichtigsten Begriffe im Überblick:
- Drizzle–feiner Nieselregen–die häufigste Regenform in Großbritannien
- Blustery–stürmisch und böig–typisch für den März
- Muggy–schwül und feucht
- Bitter–schneidend kalt–ein Wind, der durch die Knochen geht
- Dreich–schottisch für trüb, nass, grau und trostlos–ein kaum übersetzbares Wort
- Brighter spells–kurze Sonnenfenster–die ewige Hoffnung der Briten
- Changeable–wechselhaft–britisches Understatement für völliges Wetterchaos
- It's brass monkeys!–es ist saukalt–sehr umgangssprachlich
- It's closed in–es hat sich zugezogen, stark bewölkt
- A bit nippy–etwas frisch–freundliche Untertreibung für: sehr kalt
Beispiele:
Die Bushaltestelle
Stellen Sie sich doch einmal Folgendes vor:
Zwei Frauen, die sich nicht kennen, warten auf den Bus. Typisch britisch: Es nieselt leicht. Die erste Frau seufzt und sagt: "Bit drizzly today, isn't it?" (Heute ist es etwas nieselig, oder?)
Die zweite Frau nickt und antwortet: "Dreadful. Though it was lovely yesterday." (Schrecklich. Dabei war es gestern noch wunderschön.) Die erste Frau lacht und sagt: "That's March for you. Four seasons in one day!" (So ist der März eben. Vier Jahreszeiten an einem Tag!) Die andere erwidert: "At least it's not as bitter as last week." (Wenigstens ist es nicht mehr so schneidend kalt wie letzte Woche.)
Als der Bus um die Ecke biegt, sagt die erste Frau noch schnell: "There might be brighter spells from Thursday." (Ab Donnerstag soll es kurze Sonnenfenster geben.) Die andere nickt lächelnd und beide steigen ein.
Am Telefon
Fiona lebt in Edinburgh und ruft ihre Schwester in London an. Der Unterschied zwischen schottischem und englischem Frühlingswetter könnte kaum größer sein. Fiona fragt: "How's the weather down south? We're having an absolutely dreich day up here." (Wie ist das Wetter da im Süden? Wir haben hier oben einen absolut trüben Tag.) Die Schwester antwortet überrascht: "Oh, not too bad actually. Just a bit blustery." (Oh, eigentlich gar nicht so schlecht. Nur etwas stürmisch.) Fiona stöhnt und sagt: "It's brass monkeys up here–I haven't taken my coat off since November." (Hier ist es saukalt–ich habe meinen Mantel seit November nicht ausgezogen.) Die Schwester schlägt vor: "Come down for Easter! The forecast looks promising." (Komm zu Ostern runter! Die Wettervorhersage sieht vielversprechend aus.) Fiona überlegt und antwortet: "I might just do that. I could do with a change of scenery and weather." (Das mache ich vielleicht wirklich. Ein Tapetenwechsel und besseres Wetter kämen mir gerade recht.)
Der Nieselregen in Wales
Anna und Stefan aus Deutschland stehen am Eingang eines Wanderwegs im Snowdonia-Nationalpark. Der Himmel ist grau, es nieselt leicht, und dicke Wolken hängen über den Bergen. Ein einheimischer Waliser kommt ihnen mit einem Hund entgegen und grüßt die beiden freundlich. Er trägt eine leichte Jacke–kein Regenschutz, kein Schirm. Die beiden schauen erstaunt und fragen dann, ob ihm das Wetter nichts ausmacht. Der hartgesottene Waliser winkt ab und sagt fröhlich: "Oh, this? This is nothing. Just a bit of drizzle. You should see it when it really comes down!" (Oh, das hier? Das ist gar nichts. Nur ein bisschen Nieselregen. Ihr solltet mal sehen, wie es richtig regnet!) Stefan zeigt auf die Wolken und fragt: "Do you think a storm is coming?" (Denken Sie, es kommt ein Sturm?) Der Mann schaut kurz hinauf, zuckt mit den Schultern und meint: "Aye, it's a bit blustery up top, mind. But it'll brighten up. Probably." (Ja, oben ist es etwas stürmisch, das stimmt. Aber es wird aufklaren. Wahrscheinlich.) Anna sagt zögernd: "Maybe we should go back to the car and come back later." (Vielleicht sollten wir lieber zum Auto zurückgehen und später wiederkommen.) Der Waliser schüttelt den Kopf und sagt schmunzelnd: "If you wait for sunshine, you'll be waiting all week." (Wenn ihr auf Sonnenschein wartet, wartet ihr die ganze Woche.) Na gut, wenn er das sagt. Schließlich sind sie im regnerischen Großbritannien. Also ziehen die beiden ihre Regenmäntel enger und machen sich auf den Weg zu einem Aussichtspunkt, wo es tatsächlich kurz aufklart, bevor es wieder zu nieseln beginnt.
Das britische Understatement–ein kleiner Übersetzungsschlüssel
Zum Abschluss noch ein wichtiger Hinweis für alle, die Briten wirklich verstehen wollen: Sie untertreiben beim Wetter grundsätzlich. Was sie sagen und was sie meinen, sind oft zwei verschiedene Dinge.
- Not bad at all!–bedeutet: Wunderschön, traumhaftes Wetter!
- A bit chilly–bedeutet: Es ist eisig kalt.
- Rather wet–bedeutet: Sintflut.
- Fairly decent weather–bedeutet: Die Sonne schien für acht Minuten.
- Changeable–bedeutet: Totales Wetterchaos.
- Could be worse–bedeutet: Es ist furchtbar, aber wir klagen nicht.
- Brighter later, apparently–bedeutet: Der Wetterdienst hat sich mal wieder geirrt.
- Kurzum, beim Wetter auf der Insel gilt: If you don't like the weather, just wait a few minutes. (Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte einfach ein paar Minuten.)
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Rezept des Monats: Somerset Easter Biscuits |
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Diese Kekse heißen manchmal auch Sedgemoor Cakes und kommen mit einer tragischen Legende daher. Doch das sollte Sie nicht davon abhalten, sie zu backen. Es heißt, dass der Herzog von Monmouth nach der Schlacht von Sedgemoor am 6. Juli 1685 auf der Flucht war und dabei stürzte. Eine Frau aus der Gegend fand ihn und hielt ihn für einen Landstreicher. Sie backte ihm diese Kekse, damit er wieder zu Kräften kam. Er wurde letztlich doch gefunden und schließlich hingerichtet. Aber hoffentlich haben ihm die Biscuits zumindestkurzfristig ein wenig Trost gespendet. Lecker sind sie jedenfalls.
Traditionell wurden sie auch zu Dreierbündeln zusammengebunden und am Ostersonntag an liebe Menschen verschenkt.
Zutaten:
- 110 g Korinthen oder Rosinen
- 2 EL Brandy
- 1 TL Vanilleextrakt
- 225 g Mehl
- 1/2 TL Allspice-Gewürzmischung (Piment, gemahlen)
- 1/2 TL gemahlener Zimt
- Einige Prisen Muskatnuss
- 1 gute Prise Salz
- 110 g Butter, gekühlt und in kleine Würfel geschnitten
- 110 g Zucker
- 1 Ei, leicht verquirlt
Für den Guss:
- 70 g Puderzucker gemischt mit 2-3 EL Milch
Zubereitung:
Zunächst ein großes Backblech mit Backpapier auslegen. Dann die Korinthen oder Rosinen mit dem Brandy und der Vanille in eine kleine Schüssel geben und 10 Minuten einweichen lassen. Geben Sie nun Mehl, Gewürzmischung, Zimt, Muskatnuss und Salz in eine Rührschüssel. Geben Sie die gewürfelte Butter hinzu und arbeiten Sie sie mit einer Gabel leicht in das Mehl ein. Dann den Zucker und die eingeweichten Korinthen/Rosinen mitsamt dem Brandy dazugeben. Fügen Sie dann das verquirlte Ei dazu und vermengen Sie alles schnell, bis ein gebundener Teig entsteht. Diesen auf eine leicht bemehlte Fläche geben und sehr vorsichtig kneten, bis sich ein Teigball bildet. Wickeln Sie den Teig in Frischhaltefolie und stellen Sie ihn 15 Minuten kalt.
Währenddessen den Backofen auf 180 °C/Gas 4 vorheizen. Den Teig aus der Kühlung nehmen und etwa 0,5–0,75 cm dick ausrollen. Dann mit einem gezackten oder glatten Ausstecher etwa 4-6 cm große Kreise ausstechen (sollten Sie keinen Ausstecher zur Hand haben: Ein Sektglas funktioniert auch prima). Legen Sie die ausgestochenen Kekse auf das Backblech und backen Sie sie 16–20 Minuten, bis sie goldbraun sind. Zum Abkühlen auf ein Kuchengitter legen. Währenddessen können Sie die Glasur aus Puderzucker und Milch anrühren, bis sie glatt ist. Die abgekühlten Kekse damit bestreichen und aushärten lassen. Sie können die Glasur auch weglassen und die noch warmen Kekse mit Puderzucker bestreuen. Das schmeckt ebenfalls lecker. Gleich genießen–oder an Ostern an liebe Menschen verschenken.
Guten Appetit!
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Zu guter Letzt: Cockney |
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Stellen Sie sich vor, Sie steigen in London an der Station Bethnal Green aus der U-Bahn und hören zwei Männer miteinander reden. "Give us a butcher's, mate." "Cor, he's got a bit of a plates problem, ain't he." Das klingt Englisch, aber was sagen die da? Cockney ist in der Tat eigenwillig und gehört zu London untrennbar dazu–es ist Arbeiterdialekt und Identität und hat dabei eine ganz besondere Aura. Doch woher kommt Cockney eigentlich?
Herkunft
Das Wort "Cockney" stammt vom mittelalterlichen Begriff "cokeney" für ein Hahnen-Ei–also etwas Seltsames oder Unnatürliches. Im 16. Jahrhundert verspotteten die Landbewohner die vermeintlich weichen Verhaltensweisen der Stadtbewohner als Cockney. Irgendwann bezog man sich nur noch auf Leute aus London–unabhängig von sozialer Schicht oder Wohnort. Als Cockney galt damals, kurz gesagt, wer in Hörweite der Bow Bells geboren wurde–den Kirchenglocken von St. Mary-le-Bow in Cheapside im Zentrum Londons.
Im 18. und 19. Jahrhundert bezeichnete man als Cockney dann nur noch die Londoner Arbeiterklasse. Denn als Teile der Bevölkerung den sozialen Aufstieg anstrebten, suchten sie nach Möglichkeiten, sich sprachlich abzuheben. Schon damals griffen viele zu Selbsthilfebüchern. Diese rieten der aufstrebenden Mittelschicht, die Sprachgewohnheiten der Londoner Arbeiterklasse–die sogenannten "Cockney-Gewohnheiten"–unbedingt zu meiden. Sprache wurde somit zum Klassenzeichen.
Rhyming Slang
Die Cockney-Identität selbst war jedoch nie durch Herkunft oder Religion begrenzt und nahm seit jeher die unterschiedlichsten Einflüsse mit auf - ob durch jüdische Flüchtlinge oder Einwandererfamilien aus der Karibik. Was Cockney sprachlich so besonders macht, ist eine Kombination aus Aussprache, Grammatik, Wortschatz und Reimslang.
Dieser entstand im frühen 19. Jahrhundert und ist eine Art Code: Ein Wort wird dabei durch einen Reim ersetzt. Warum das entstand, ist bis heute nicht geklärt. Vielleicht war es eine Codesprache oder einfach kreative Sprachfreude.
Manche Ausdrücke werden vollständig benutzt: "Would you Adam and Eve it?" (believe). Meist wird aber nur der erste Teil einer Phrase verwendet und der tatsächliche Reim weggelassen. Hier ein geläufiges Beispiel zur Veranschaulichung: "Have a butcher’s" bedeutet "have a look". Die zugrunde liegende Phrase ist "butcher’s hook". Das ist für Uneingeweihte tatsächlich kaum zu durchdringen, vor allem, weil sich der Reimslang unaufhörlich weiterentwickelt und ständig neue Begriffe hinzukommen.
Cockney in der Popkultur
Im Kino durchlief Cockney seither ebenfalls verschiedene Phasen. In "My Fair Lady" von 1964 sollte die Cockney-Blumenhändlerin Eliza Doolittle noch zur vorzeigbaren Dame geschliffen werden–inklusive Sprachtraining. Zwanzig Jahre später, in "The Long Good Friday", sprach Bob Hoskins als Gangster Harold Shand Cockney–und plötzlich war es die Sprache der Macht, rau und gefährlich. Und dann kam Guy Ritchie. Seitdem ist Cockney einfach cool.
Ach ja: Die beiden Herren vom Anfang in der Bahn meinten übrigens: "Lass mich mal schauen" und "Er hat Fußprobleme".
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