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Guten Tag,
bald ist es wieder soweit: Der erste Mai steht vor der Tür – und mit ihm allerhand Feierlichkeiten. Gibt es in Ihrer Region auch besondere Maitraditionen? Hier im Rheinland ist es zum Beispiel Brauch, junge Birken unter die Fenster der Angebeten zu stellen. Und auf den Britischen Inseln wird natürlich auch gefeiert. Schon in römischer und keltischer Zeit gab es Anfang Mai Feste der Fruchtbarkeit und des Frühlingserwachens. Doch die Kirche und Oliver Cromwell wollten dem fröhlichen Treiben einst einen Riegel vorschieben. Das blieb auf lange Sicht zum Glück erfolglos. Seit 1983 schreitet zum Beispiel in Hastings wieder "Jack in the Green" durch die Straßen. Ursprünglich von Milchmädchen und Schornsteinfegern im London des 17. Jahrhunderts erfunden, ist der grüne Mann heute der Star der Maifeiern. Damals trugen die Milchmädchen prächtig geschmückte Eimer, woraus sich bald opulente Kopfbedeckungen entwickelten. Die Schornsteinfeger wollten dem nicht nachstehen und warteten ihrerseits mit prächtigen Girlanden auf, die schließlich einen ganzen Mann bedeckten – woraus mutmaßlich der "Jack in the Green" entstand.
Heute führt er, vollständig in Laub gehüllt und mit einer Blumenkrone geschmückt, eine Prozession durch die Straßen von Hastings. Und wenn er nach einem Wochenende mit Tanz, Musik und Feierlichkeiten seine Blätter ablegt, dürfen diese gerne davonfliegen. Denn wer ein Blatt fängt, hat angeblich ein ganzes Jahr Glück. Und wer weiß, vielleicht landet ja auch ein glücksbringendes Blatt in Ihrem Garten ...
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen wunderbaren April und Maifeiertag!
Es grüßt Sie herzlich
Heike Fries
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Ein Wald voller Bäume: Westonbirt
Das National Arboretum in Westonbirt ist im Frühling besonders schön – denn dann blühen Kirschen und Rhododendren um die Wette. Das große Waldgebiet wurde im 19. Jahrhundert von einem wohlhabenden Geschäftsmann angelegt und wird heute von Forestry England verwaltet. Es bietet kilometerlange Wanderwege, auf denen es einiges zu sehen gibt, darunter 2.500 verschiedene Baum- und Straucharten aus aller Welt. Neben dem "Old Arboretum", der ursprünglichen Sammlung seltener und exotischer Bäume lohnt auch der Besuch von "Silk Wood" gleich nebenan, einem traditionell bewirtschafteten Waldgebiet, dessen Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht.
Dieses Video lädt Sie in das frühlingshafte Arboretum ein.
Quirlige Kreativität: Bristol
Wenn Sie in Bristol ankommen, bemerken Sie schnell, dass es an allen Ecken quirlig und lebendig ist. Kein Wunder, denn die Stadt im Südwesten Englands gilt als heimliche Kulturhauptstadt der Insel. Und wenn Sie die Augen offen halten, können Sie fast überall Street Art entdecken – oft auch Werke, die wohl von Banksy stammen. Am Harbourside sorgt das rekonstruierte Schiff SS Great Britain für große Augen. Der Hafen ist ohnehin eine wunderbare Flaniermeile. Und bei einem Besuch der Clifton Suspension Bridge und einem Bummel durch das charmante Clifton Village lässt sich die lebendige Atmosphäre Bristols ganz entspannt genießen.
Dieses Video nimmt Sie auf einen Stadtrundgang mit.
Ein traumhafter Kurort: Malvern
Lieben Sie Thermen und wollten schon immer einmal durch ein elegantes Kurstädtchen im viktorianischen Stil flanieren? Dann packen Sie die Badesachen ein und nichts wie hin nach Malvern. Eingebettet am Fuße der Malvern Hills liegt das viktorianische Schmuckstück, dessen Geschichte bis in die Bronzezeit reicht. Im 19. Jahrhundert entwickelte es sich zu einem beliebten Ziel für Kurgäste aus aller Welt, die entspannen und neue Kraft schöpfen wollten. Und genau das finden Sie in Malvern noch heute. Für Abwechslung sorgen die insgesamt drei Ortszentren – Great Malvern, Barnards Green und Malvern Link – wo Sie unzählige schöne Entdeckungen machen können.
Dieses Video gibt Ihnen einen virtuellen Einblick.
Ein wahrhaft herrschaftliches Anwesen: Castle Howard
Opulent und majestätisch liegt dieses riesige Anwesen in den Howardian Hills unweit von York und sorgt für staunende Gesichter. Vor über 300 Jahren von Sir John Vanbrugh erbaut, ist es heute noch Wohnsitz der Familie Howard – und war stilechte Kulisse für Bridgerton, Brideshead Revisited, Barry Lyndon und Victoria. Umso schöner, dass Sie große Teile des Gebäudes durchstreifen dürfen – und nebenbei viel über die Geschichte des Anwesens erfahren. Auch die 400 Hektar großen denkmalgeschützten Parkanlagen und Gärten stehen Besucherinnen und Besuchern offen. Dort können Sie an Statuen, Tempeln, Seen und Springbrunnen entlang spazieren und sich dabei wie inmitten ihrer liebsten Historienserie fühlen.
In diesem Video erfahren Sie mehr über das Anwesen.
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Kultur-Tour |
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Veronica Ryan: Multiple Conversations, Whitechapel Gallery in London
Veronica Ryan ist seit mehr als vierzig Jahren Künstlerin und hat mit unzähligen Materialien gearbeitet. Diese Ausstellung zeigt ihre Skulpturen, Textilien und Werke auf Papier und behandelt Themen wie Erinnerung, Natur, Trauma und Heilung. Samen und Schoten sind ein wiederkehrendes Motiv und stehen in ihrem Werk für Schutz, neues Leben und verschlossene Räume. Gerne verbindet Veronica Ryan Materialien wie Gips, Bronze und Marmor mit Handwerkstechniken wie Häkeln und Quilten, was die Stücke besonders spannend macht.
Die Ausstellung läuft noch bis 14. Juni 2026.
William Blake: The Age of Romantic Fantasy, National Gallery in Dublin
William Blake war ein visionärer Künstler und Dichter der Romantik. Seine rätselhaften und unkonventionellen Werke haben auch heute noch eine enorme Anziehungskraft. Sie sind voller fantastischer Kreaturen und erzählen oft von der Unterwelt. Diese Ausstellung zeigt eine Auswahl seiner Bilder und Gedichte zusammen mit Gemälden und Zeichnungen von Zeitgenossen und Künstlern, die er bewunderte, sowie Künstlern, die er beeinflusste – darunter James Barry und J.M.W. Turner. Das sorgt für neue und spannende Einblicke in die Kunst des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts.
Noch bis 19. Juli 2026 können Sie die Ausstellung anschauen.
Queen Elizabeth: Her Life in Style, King's Gallery in London
In dieser Ausstellung kommen Sie Queen Elizabeth anhand ihrer Garderobe ganz nah. Entdecken Sie 200 Objekte aus zehn Jahrzehnten – vom Baby-Kleidchen bis zur Staatsrobe. Die gezeigten Designskizzen, Stoffproben und handschriftliche Notizen verdeutlichen zudem, welche Sorgfalt in den einzelnen Outfits steckte. Zu den Highlights gehören das Taufgewand, das Hochzeitskleid, das Krönungsgewand und das Outfit zur Hochzeit von Prinzessin Margaret. Eine Auswahl seltener, persönlicher Stücke offenbart zudem, wie eng Stil, Symbolik und öffentliche Rolle im Leben der Monarchin miteinander verwoben waren.
Noch bis zum 18. Oktober 2026 können Sie die königliche Garderobe anschauen.
Jack Milroy: Bibliophila, Shapiro Modern in London
Alle, die Bücher lieben, müssen bei dieser Ausstellung stark sein – oder geraten erst recht in Verzückung. Denn der Künstler Jack Milroy schneidet Bilder aus Bildbänden, um geradezu atemberaubende 3D-Kunstwerke zu erschaffen, in denen Tiere herumspringen und Blumen aus den Seiten sprießen. In dieser Ausstellung kombiniert der Künstler seine Werke mit Buchexemplaren, in die er sicherlich niemals hineinschneiden würde. Denn es sind wunderschöne Erstausgaben, die neben den einst gewöhnlichen Büchern präsentiert werden, die Jack Milroy laut eigener Aussage mutwillig für seine Kunst beschädigte, ausweidete und zerstückelte.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 17. Mai 2026.
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Fürs Heimkino |
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In der Arte-Mediathek:
Steeltown Murders
Paul Bethell ist ein alter Hase bei der Polizei. Seit Jahrzehnten klärt er im Schatten der Hochöfen im walisischen Port Talbot Morde auf. Doch ein alter Fall von 1973 holt ihn 30 Jahre später wieder ein. Damals wurden drei junge Frauen ermordet, doch der Täter wurde nie gefasst. Neue Ermittlungsmethoden wie die DNA-Analyse könnten die Polizei endlich zum Mörder führen. Die spannende Serie basiert auf wahren Begebenheiten.
Bis zum 1. Mai 2026 können Sie die erste Staffel in der Arte-Mediathek streamen.
Bei Amazon:
Man on the Run
Ein echter Schock für viele Musikfans: Im Jahr 1970 gaben die Beatles ihre Auflösung bekannt. Nicht nur für Fans, sondern auch für Paul McCartney war das ein echter Einschnitt, wie diese Dokumentation nun offenbart. Als der Musiker damals gefragt wurde, was er nun tun würde, sagte er lapidar, er plane erwachsen zu werden. Und dieser Film dokumentiert dieses Erwachsenwerden nach dem Aus der Beatles. Musikalisch beschloss Paul McCartney in dieser Zeit noch einmal ganz von vorne anzufangen. Er gründete mit seiner Frau Linda die Band Wings und startete eine zweite Weltkarriere als Musiker. Die Doku ist auf Amazon abrufbar.
Bei Filmfried:
The Bletchley Circle
Im Anwesen Bletchley Park sollten im Zweiten Weltkrieg einst die Geheimnachrichten entschlüsselt werden. Im Jahr 1952 wurde der Ort erneut zur Bühne für ein ganz anderes Rätsel. Die vier Kryptoanalytikerinnen und ehemaligen Kolleginnen Susan, Millie, Jean und Lucy treffen sich nach dem Krieg wieder, als plötzlich eine Serie von Morden die Gegend erschüttert. Als Susan ein verstecktes Muster in den Verbrechen entdeckt, beginnen die vier auf eigene Faust zu ermitteln – und ihre analytischen Fähigkeiten kommen ihnen dabei enorm gelegen.
Mit einem Bibliotheksausweis können Sie die Serie kostenlos auf Filmfriend anschauen.
Kino auf Bestellung:
The Ballad of Wallis Island
Der exzentrische Lottogewinner Charles Heath lädt den Musiker Herb McGwyer für ein Konzert auf seine abgelegene Insel ein. Doch als Herb eintrifft, stellt sich nur Charles als Publikum heraus. Zu allem Übel taucht dann auch noch Nell vom einst gefeierten Musik-Duo "McGwyer Mortimer" zusammen mit ihrem Mann Michael auf. Denn Charles will das Duo unbedingt wieder vereinen. Klar, dass schnell alte Konflikte aufbrechen. Als wegen eines Sturms kein Entkommen möglich ist, bleibt den Gestrandeten nichts anderes übrig, als sich wieder zusammenzuraufen.
Den Film können Sie bei Amazon anschauen.
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TV-Tipps |
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Aktuelles |
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Otter an Ostern
Am vergangenen Osterwochenende gab es im Woburn Safari Park in Bedfordshire eine besonders flauschige Attraktion – und die hatte nichts mit Schokolade oder versteckten Eiern zu tun. Zwei kleine Otterkinder wurden der Öffentlichkeit vorgestellt. Denn seit dem 28. Januar 2026 bereichern zwei winzige Kurzkrallenotter, ein kleiner Junge und ein Mädchen, den Park und dürfen seit Ostern endlich auch beim Publikum für Begeisterung sorgen. Die beiden wurden bereits gechippt und stehen unter der aufmerksamen Obhut ihrer Eltern sowie des älteren Geschwisterchens Thiên thần, das sich schon jetzt als kleiner Aufpasser versucht. Die Geburt der Otterbabys ist ein riesiger Grund zur Freude – und ein wichtiger Beitrag zum europäischen Artenschutzprogramm. In freier Wildbahn sind Kurzkrallenotter zunehmend bedroht, weshalb jede erfolgreiche Aufzucht in menschlicher Obhut einen wertvollen Schritt für den Erhalt der Art bedeutet. Wer also noch nach einem besonderen Ausflugsziel sucht: Im Otter Falls gibt es nicht nur niedliche Otter zu sehen, sondern auch spannende Einblicke in die Naturschutzarbeit.
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Lesestoff |
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Melinda Mullet: Single Malt Mörder
Abigail Logan, erfolgreiche Fotografin und Inhaberin der Abbey Glen Brennerei, plant ein romantisches Wochenende mit ihrem Partner Grant auf einer kleinen schottischen Insel. Gastgeber Neil will Abigail in seine Marketingpläne für die kleine Insel einspannen. Doch seine Ideen stoßen bei den Einheimischen auf Widerstand. Als ein mysteriöser "Mönch" Angst verbreitet und kurz darauf ein Mord geschieht, fallen auch Abigail und Grant schnell unter Verdacht. Ein zweiter Mord setzt der Gemeinde endgültig zu, und Hobbydetektivin Abigail muss schnell den Täter finden. Auch der sechste Band der Reihe punktet mit Cosy-Crime-Flair und britischem Humor.
Den Kriminalroman finden Sie in unserem Shop – solange der Vorrat reicht!
Nancy Mitford: Englische Liebschaften
Der erste Weltkrieg ist vorüber und neues Unheil kündigt sich schon leise an. Ungeachtet dessen sehnt sich Linda, wohlhabende Tochter von Lord und Lady Radlett, seit ihrer Kindheit nach Liebe, gesellschaftlichem Glanz und dem idealen Ehemann. Ihr Weg dorthin ist jedoch holprig: Sie heiratet spontan einen Banker, der sie schnell langweilt. Auch mit einem kommunistischen Aktivisten hat sie kein Glück. Verlassen und allein findet sie sich schließlich in Paris wieder ... Nancy Mitford vereint in diesem witzigen Upper-Class-Roman gekonnt leichte Liebeleien mit scharfzüngiger Gesellschaftssatire.
Der Roman ist in unserem Shop zu finden (solange der Vorrat reicht).
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Sprachecke: Small Talk auf Britisch – ohne Fettnäpfchen |
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Smalltalk ist nicht jedermanns Sache – und dennoch ist er eine ausgezeichnete Möglichkeit, unverfänglich ins Gespräch zu kommen. Und Britinnen und Briten beherrschen diese Disziplin meisterhaft. Sie haben ihre ganz eigene, subtile Art, Kontakt herzustellen. Wer das versteht, wird schnell merken: Auf der Insel eine Unterhaltung zu beginnen ist gar nicht so schwer.
Grundregeln für Small Talk auf britische Art
Wenn Sie ein Gespräch beginnen möchten, fragen Sie sich vielleicht: Was ist angemessen und was nicht? Die folgenden Grundregeln sind hierfür enorm hilfreich:
1. Unverfänglich beginnen
Small Talk kommt immer zuerst. Beginnen Sie niemals mit einem ernsten oder gar persönlichen Thema. Britinnen und Briten schätzen einen behutsamen Einstieg, denn er signalisiert Respekt für die Privatsphäre der anderen Person. In der britischen Kommunikationskultur spielt das Konzept der sogenannten "negative politeness" eine große Rolle. Das bedeutet Raum, Autonomie und eine gewisse Distanz. Das klingt vielleicht schroff, ist aber Respekt in seiner britischen Form. Beispiele sind indirekte Sätze, Abschwächungen und Höflichkeitsformen wie "Could you possibly ... ?", abschwächende Wörter wie maybe, Entschuldigungen und Vorwegnahmen wie "I’m sorry to bother you" und passive Konstruktionen wie "Is it possible to...".
2. Humor verbindet
Humor ist auf der Insel so gut wie immer eine gute Idee. Britinnen und Briten nutzen ihn nicht nur zur Unterhaltung, sondern als soziales Schmiermittel. Ein kleiner selbstironischer Witz öffnet mehr Türen als jede perfekte Grammatik. Humor dient wunderbar dazu, eine Situation zu entspannen – und er sollte besser niemanden verletzen. Kurz gesagt: Lieber selbstironisch und mit einem Augenzwinkern, als Schenkelklopfer auf Kosten anderer.
3. Locker und leicht
Bei britischem Small Talk sollte idealerweise kein Druck entstehen. Ein Gespräch sollte vielmehr so sein wie ein kleiner Stein, den man sanft ins Wasser wirft – nicht wie ein Gesteinsbrocken, der mit Getöse hinein platscht. Gibt die andere Person das Signal zurück, ist das optimal. Reagiert sie hingegen einsilbig, ist das noch kein Misserfolg. Versuchen Sie es einfach ein anderes Mal oder mit einer anderen Person. Wer keinen Druck ausübt, schafft Vertrauen – und das ist die Grundlage jedes guten Gesprächs.
Gesprächsthemen
Aber worüber reden? Ganz klar, das berühmteste Gesprächsthema auf der Insel ist und bleibt das Wetter. Ja, es ist ein Klischee – aber es funktioniert zuverlässig, überall und zu jeder Jahreszeit. Denn das Wetter ist neutral, allgemein verständlich und verbindet alle Menschen, unabhängig von Herkunft oder Meinung. Es ist der perfekte sichere Hafen für einen ersten Austausch. An einem sonnigen Tag sagen Sie einfach: "Lovely day, isn't it?" (Herrlicher Tag, nicht wahr?) Ein kleines "isn't it?" oder "right" am Ende ist dabei entscheidend. Denn das macht den Satz zu einer Einladung. An einem typisch bewölkten britischen Tag darf es ruhig ein bisschen sarkastisch klingen: "A bit grey today. Typical, right?" (Heute wieder grau. Typisch, oder?) Britinnen und Briten werden diesen leichten Humor sofort verstehen und zu schätzen wissen – egal ob die Aussage ernst oder ironisch gemeint ist.
Wenn jemand etwas zum aktuellen Wetter sagt, stimmen Sie einfach zu und führen das Gespräch ein kleines Stückchen weiter. Sagt jemand "It's freezing today, isn't it?" (Heute ist es eiskalt, oder?), antworten Sie mit: "Tell me about it! I wasn't expecting it to be this cold in April." (Das können Sie laut sagen! Ich hatte nicht erwartet, dass es im April so kalt ist.) "Tell me about it" ist ein typisch britischer Ausdruck, der vollständige Zustimmung signalisiert – und gleichzeitig das Gespräch am Laufen hält.
Was Sie lieber vermeiden sollten, ist ein eher ablehnender Vergleich statt einer Zustimmung. "Well, it's much colder where I come from – this is nothing!" (Na ja, bei mir zu Hause ist es viel kälter – das hier ist gar nichts!) beendet das Gespräch, bevor es richtig begonnen hat. Der andere hat schlichtweg keinen Anknüpfungspunkt mehr und alle Gemeinsamkeiten beim Wetter sind plötzlich weg.
Schlangestehen als Gelegenheit
Das Wetter ist das Eine, aber in Großbritannien ist auch das Anstehen in der Schlange fast schon ein nationales Ritual – und wird mit derart viel Ernst betrieben, dass Außenstehende sich nicht selten wundern. Wer sich vordrängelt, begeht einen sozialen Fauxpas der schlimmsten Sorte. Genau deshalb ist die Warteschlange aber auch ein hervorragender Ort für ein erstes Gespräch. Denn alle warten gemeinsam und teilen denselben kleinen Alltags-Unmut. Ein einfacher Satz wie "Wow, this queue's long, isn't it?" (Die Schlange ist ganz schön lang, oder?) reicht völlig aus. Sie können sogar einen Hauch gemeinsamer Entrüstung hinzufügen: "It all seems to be like this on a Monday. You'd think they'd have more staff." (Montags ist es immer so. Man sollte meinen, sie hätten mehr Personal.) Leichte, gemeinsame Klage verbindet – das ist ein zutiefst britisches Phänomen. Solange man es nicht übertreibt und ins Lamentieren verfällt, ist das eine völlig akzeptable und sogar willkommene Gesprächseröffnung.
Bitte mit Understatement: Komplimente
Auch ein freundliches Kompliment öffnet Türen. "I love your coat. Where did you get it?" (Ich mag Ihren Mantel sehr. Wo haben Sie den gekauft?) oder "That's a great bag – is it local?" (Das ist eine tolle Tasche – ist die von hier?) Komplimente über Kleidung oder Accessoires werden in Großbritannien gerne angenommen, sofern sie ernst gemeint sind und auch so klingen.
Denn ein freundliches Kompliment ist willkommen, überschwängliches Lob hingegen wirkt schnell unangenehm oder sogar seltsam. "Oh, I think you have absolutely the most stunning coat I have ever seen in my entire life!" (Oh, das ist wirklich der atemberaubendste Mantel, den ich je in meinem ganzen Leben gesehen habe!) – das ist definitiv zu viel des Guten und wird das Gegenüber eher in die Flucht schlagen als zum Gespräch einladen.
Zufällige Begegnungen
Nutzen Sie gerne auch die Situation, in der Sie sich befinden. Sind Sie auf einer Veranstaltung, einem Konzert oder einem lokalen Fest, fragen Sie einfach: "Have you been to this event before?" (Waren Sie schon einmal bei dieser Veranstaltung?) Das ist offen, unverfänglich und lädt zur Antwort ein. Oder: "Do you know which pubs are popular around here?" (Wissen Sie, welche Pubs hier in der Gegend beliebt sind?) Solche Fragen zeigen echtes Interesse am Ort und an der Person – ohne zu persönlich zu werden.
Was Sie hingegen bleiben lassen sollten, sind aktuelle Nachrichten oder Politik als Gesprächseinstieg. Selbst ein scheinbar harmloses "Did you see the news today?" (Haben Sie heute die Nachrichten gesehen?) kann heutzutage schnell in unruhiges Fahrwasser führen. Kurzum: Politik, Religion, persönliche Finanzen und Beziehungen sind für den ersten Small Talk tabu.
Immer mit der Ruhe
Mindestens genauso wichtig wie das Thema ist aber auch die Art, wie Sie es ansprechen. Britische Gespräche unter Fremden sind eher zurückhaltend und von gegenseitiger Rücksichtnahme geprägt. Gehen Sie besser nicht mit zu viel direkter Energie in eine Unterhaltung – das wirkt auf Ihr Gegenüber schnell überwältigend. In der Ruhe liegt hier oftmals die Kraft.
Britischer Small Talk ist also im Grunde so etwas wie eine Einladung, die sagt "Ich bin freundlich, ich bin harmlos und ich sehe Sie." Wer das signalisiert, wird feststellen, dass Briten durchaus gesprächsbereit und herzlich sind.
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Rezept des Monats: Glamorgan Sausages |
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Nanu, diese walisischen Würstchen sind ja Käse – mit Lauch und Semmelbröseln noch dazu. Das vegetarische Gericht ist ungemein lecker und blitzschnell zubereitet. Schon 1862 beschrieb der Reiseschriftsteller George Henry Barrow in seinem Buch Wild Wales, wie ihm Glamorgan Sausages zum Frühstück serviert wurden – zusammen mit Tee und Toast. Heute kommen sie meist als Vorspeise mit Dip oder Chutney oder als Hauptgericht mit Kartoffelpüree, Gemüse und einer kräftigen Soße auf den Teller.
Zutaten für die Würstchen:
- 25 g Butter
- 115 g Lauch, geputzt, fein geschnitten (Gewicht nach dem Putzen)
- 175 g Semmelbrösel (idealerweise möglichst frisch)
- 2 EL frisch gehackte Petersilie
- 1 EL frisch gehackter Thymian
- 150 g Caerphilly-Käse oder guter Cheddar, fein gerieben
- 2 Eier, getrennt
- 1 TL (englischer) Senf
- ½ TL grobes Meersalz
- 5 EL Sonnenblumenöl
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Zutaten für das Rote-Zwiebel-Chili-Relish:
- 2 EL Sonnenblumenöl
- 2 mittelgroße rote Zwiebeln, fein geschnitten
- 1 rote Chili, fein gehackt
- 2 Knoblauchzehen, zerdrückt
- 75 g brauner Zucker
- 5 EL Weißweinessig
Zubereitung des Relish:
Für das Relish das Öl in einem großen beschichteten Topf erhitzen und die Zwiebeln 20 Minuten braten, bis sie sehr weich sind und geradezu zu bräunen beginnen. Chili und Knoblauch hinzugeben und weitere fünf Minuten unter gelegentlichem Rühren garen. Streuen Sie nun den Zucker darüber und gießen den Essig hinzu. Lassen Sie alles aufkochen und weitere fünf Minuten köcheln, bis die Flüssigkeit stark reduziert ist und das Relish dick und glänzend wird. Vom Herd nehmen, ein paar Minuten abkühlen lassen und dann in eine Servierschale geben.
Zubereitung der Würstchen:
Lassen Sie die Butter in einer großen beschichteten Pfanne schmelzen und braten Sie den Lauch bei schwacher Hitze etwa 8 bis 10 Minuten lang an, bis er sehr weich, aber nicht gebräunt ist. Dann 100 g der Semmelbrösel, Petersilie, Thymian und Käse in eine große Rührschüssel geben und gut vermischen. Die Eigelbe mit Senf, Salz und reichlich frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer in einer separaten Schüssel verquirlen. Die Pfanne vom Herd nehmen und den Lauch in die Schüssel mit den Bröseln geben. Die Eigelb-Mischung hinzufügen und mit einem großen Holzlöffel vermengen, bis alles gut verbunden ist. Die Lauchmasse dann in acht Portionen teilen und zu Würstchen formen. Diese dann auf ein mit Frischhaltefolie ausgelegtes Tablett legen. Nun die Eiweiße mit einem großen Metallbesen leicht schlagen, bis sie gerade schaumig sind. 40 g Semmelbrösel auf einen großen Teller streuen. Die Würstchen nacheinander im Ei und dann in den Semmelbröseln wälzen, bis sie gleichmäßig bedeckt sind. Die panierten Würstchen 30 Minuten im Kühlschrank kühlen. Die Würstchen aus dem Kühlschrank nehmen und das Öl in einer großen beschichteten Pfanne erhitzen. Braten Sie die Würstchen bei mittlerer Hitze etwa 10 bis 12 Minuten lang – dabei regelmäßig wenden, bis sie goldbraun und knusprig sind. Servieren Sie die Würstchen mit einem guten Löffel Chili Zwiebel Relish.
Guten Appetit!
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Zu guter Letzt: Der gefährlichste Käse der Welt |
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Großbritannien hat viele Traditionen zu bieten – und nicht alle sind vornehm. Manche sind schlichtweg verrückt. Das berühmte Käserennen von Cooper’s Hill gehört definitiv zu jenen Aktivitäten, die man nur ungläubig zur Kenntnis nehmen kann. Jedes Jahr im späten Frühling geht es wieder los: Ein runder Laib Double Gloucester Käse, etwa vier Kilogramm schwer, rollt einen halsbrecherisch steilen Hang hinunter und unzählige Menschen rennen, purzeln und stürzen hinterher. Der Hügel ist knapp 180 Meter lang und der Käse rast mit einem Tempo von bis zu 110 km/h gen Tal. Viele Zweibeiner schaffen es gar nicht bis hinunter oder verlieren unterwegs komplett die Kontrolle über Beine und Füße. Sanitäter stehen bereit und versorgen Knochenbrüche, Prellungen und Schürfwunden. Und trotzdem melden sich jedes Jahr mehr waghalsige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt an. Wer gewinnt, bekommt den Käse. Das Event wurde schon mehrfach verboten, denn es ist gefährlich, chaotisch und es gibt weder Genehmigung noch Haftung. Doch der Käse rollt jedes Jahr erneut – ohne Erlaubnis oder Absperrungen. Tausende Zuschauer kommen ebenfalls jedes Jahr und drängen sich am steilen Hang.
Niemand weiß, wann der Irrsinn seinen Anfang nahm. Manche tippen auf ein mittelalterliches Fruchtbarkeitsritual, andere auf eine Wette unter Bauern nach der Ernte. Schriftliche Belege gibt es erst aus dem frühen 19. Jahrhundert. Heute ist es ein Ereignis, das niemand erklären oder absagen kann – und das deshalb unaufhaltsam wie der Käse selbst einfach weiterrollt.
Das allein ist schon ein Phänomen, doch es gibt noch ein weiteres: Dieser absurde Wettbewerb auf einem Hügel in einem kleinen englischen Dorf hat eine erstaunliche, weitverzweigte Kulturgeschichte hinterlassen–quer durch Epochen und Medien. Bereits 1948 hielt der Maler Charles March Gere das Spektakel auf Leinwand fest. Das Bild hängt heute im Museum of Gloucester und gilt als eines der ungewöhnlichsten Sportgemälde Englands. Der amerikanische Autor Thomas Pynchon ließ 1997 in seinem Werk "Mason & Dixon" eine seiner Figuren nur knapp einem rollenden Käse entkommen und die britische Komikerin Bridget Christie brachte inspiriert von einer Kindheitserinnerung 2006 eine ganze Käserennen-Bühnenshow zum Fringe Festival in Edinburgh.
Den offiziellen Ritterschlag bekam der Brauch jedoch 2019, als die Royal Mail ihn mit einer Sonderbriefmarke in der Edition "UK Weird and Wonderful Customs" ehrte – mitsamt Käse auf der Marke.
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