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Guten Tag,
der Winter hat uns fest im Griff, aber zum Glück werden die Tage langsam wieder länger. Ein bisschen Vorfreude auf den Frühling sei da schon erlaubt, finden Sie nicht?
Um solch eine Vorfreude geht es auch beim Wassailing, einem dieser typisch britischen Bräuche. Es gibt diese Tradition seit dem 15. Jahrhundert und wird heute wieder vorwiegend in Somerset und Sussex gepflegt. Der Name stammt vom altsächsischen Ausdruck "waes hael", was "sei gesund" bedeutet.
Beim Wassailing ging es ursprünglich darum, gute Wünsche weiterzugeben. Die Menschen zogen mit einer großen Schale voll gewürztem Ale von Haus zu Haus und brachten Glückwünsche. Im Gegenzug erhielten sie Getränke, Geld und Weihnachtsspeisen. Man trank heißes Ale mit gerösteten Äpfeln, Gewürzen, Eiern, Sahne und kleinen Brotstückchen, die auf der Oberfläche schwammen.
Besonders wichtig war das Wassailing der Apfelbäume. Die Dorfbewohner versammelten sich im Januar um die Obstbäume, machten mit Schusswaffen oder Töpfen großen Lärm, um böse Geister zu vertreiben, und gossen Apfelwein über die Wurzeln des besten Baumes. In die Astgabeln wurden mit Apfelwein getränkte Brotstücke gelegt. Diese Zeremonie sollte eine gute Ernte für das kommende Jahr sichern – besonders wichtig, da Arbeiter damals teilweise mit Apfelwein bezahlt wurden.
Aber es war auch eine willkommene Gelegenheit, sich zu treffen und gemeinsam Zeit zu verbringen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesundes und schönes Jahr 2026.
Es grüßt Sie herzlich
Heike Fries
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Ein königliches Juwel: Der St. James Park in London
Wollten Sie schon immer einmal royal flanieren? Dafür ist dieser schöne Park ideal. Denn er wird von drei Palästen gesäumt und bildet das Herzstück vieler Zeremonien – von königlichen Hochzeiten und Jubiläen bis hin zu Paraden. Statten Sie den berühmten Pelikanen unbedingt einen Besuch ab, die seit 1664 im Park leben. Ihre Vorfahren waren einst das Geschenk eines russischen Botschafters an König Charles II. Wer durch den prächtigen Park wandelt, trifft meist unweigerlich auf das Duck Island Cottage, das sich idyllisch auf einer kleinen Insel befindet. Es wurde 1837 von der Ornithological Society of London erbaut und steht heute unter Denkmalschutz. Der Name des Parks klingt zwar königlich, geht aber auf das mittelalterliche St. James’s Hospital for Lepers zurück, das dem heiligen Jakobus dem Jüngeren gewidmet war – auf Englisch St. James. Dort, wo heute flaniert wird, hielten die Bewohner des Krankenhauses früher Schweine und andere Tiere.
Dieses Video nimmt Sie auf einen virtuellen Parkrundgang mit.
Das allerschönste Dorf: Bibury in den Cotswolds
Der kalte Januar eignet sich wunderbar für einen Ausflug in dieses märchenhafte Dorf in den Cotswolds. Denn zu dieser Jahreszeit ist das Schmuckstück weniger überlaufen. Bibury liegt nur eine kurze Fahrt von Cirencester, der "Hauptstadt der Cotswolds", entfernt. Schon William Morris schwärmte einst, Bibury sei das schönste Dorf Englands – und im September 2025 erklärte Forbes es sogar zum schönsten Dorf der Welt. Besonders zauberhaft ist die Arlington Row, eine Reihe historischer Weberhäusern aus lokalem Gestein direkt am River Coln, der sich zwischen der Dorfstraße und den sumpfigen Wasserwiesen von Rack Isle schlängelt. Sehenswert ist auch St. Mary's Church mit ihrem kunstvollen Buntglasfenster von Karl Parsons aus dem Jahr 1927.
Mit diesem Video können Sie virtuell durch Bibury spazieren.
Geschichte im Überfluss: Bath in Somerset
Bath ist der perfekte Ort für alle, die viel entdecken möchten. Denn die Stadt in Somerset vereint römische Baukunst und britische Lebensart aufs Schönste. Hier lassen sich zweitausend Jahre Geschichte von der Römerzeit über den georgianischen Stil bis hin zur Moderne erleben. Die römischen Bäder sind Überreste eines antiken Thermalbads, dessen natürliche Quellen noch heute mit 46 °C sprudeln und im modernen Thermae Bath Spa mit spektakulärem Dachblick genossen werden können. Gebäudekomplexe wie Royal Crescent und Circus begeistern mit georgianischer Architektur und Regency-Eleganz. Das Jane Austen Centre würdigt die Verbindung der Autorin zur Stadt, Museen wie das Holburne Museum bieten einen spannenden Mix aus Kunst und Geschichte. Nach so viel Kultur lohnt sich ein Abstecher in die Bath Abbey – eine Oase der Ruhe inmitten der Stadt.
Dieses Video nimmt Sie auf einen Ausflug zu den Highlights der Stadt mit.
Altehrwürdige Hallen: Das Trinity College in Dublin, Irland
Die Republik Irland ist immer eine Reise wert und das 1592 gegründete Trinity College ist ein besonderes Highlight. Irlands älteste Universität beherbergt das Book of Kells, ein kunstvoll illustriertes Buch aus dem 9. Jahrhundert. Mehrmals im Jahr wird das wunderschöne Exemplar umgeblättert, sodass Sie immer wieder eine neue Seite bewundern können. Aktuell ist der "Gospel of John" zu sehen. Die ehrwürdige Bibliothek des Trinity College mit ihrem 65 Meter langen Saal, der von den Büsten berühmter Denker gesäumt ist, ist ein geradezu magischer Ort und gilt vielen als eine der schönsten Bibliotheken überhaupt. Neben dem Book of Kells können Sie auch die Brian Boru Harp bewundern, Irlands älteste erhaltene Harfe und nationales Symbol.
In diesem Video können Sie in die Bibliothek eintauchen.
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Kultur-Tour |
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Georg Wilson: Against Nature at Pilar Corrias, Savile Row, London
Willkommen in der britischen Landschaft – so vertraut und doch auf seltsame Weise fremd. In der imaginären Welt der Künstlerin leben wilde Kreaturen. Und überall wachsen Pflanzen wie Bilsenkraut, Stechapfel und Nachtschatten. Auf der Grundlage von historischen Texten über giftige Pflanzen macht Georg Wilson den allmählichen Verlust des Pflanzenwissens seit dem 15. Jahrhundert sichtbar, vor allem beschleunigt durch die industrielle Revolution. Die Natur steht hier deshalb im Mittelpunkt – doch im Hintergrund lauern stets auch Kreaturen. Die Bilder passen wunderbar in den Winter, denn sie zeigen den Wechsel der Jahreszeiten, während das Land dunkler und – wer weiß? – magischer wird.
Die Ausstellung ist vom 30. Januar bis zum 7. März 2026 zu sehen.
Turner in January, National Galleries in Edinburgh, Schottland
Zu Beginn des neuen Jahres, wenn die dunkelsten Tage des Winters langsam weichen, ist die strahlende Lebendigkeit von William Turners Aquarellen genau das, worauf sich die Menschen in Schottland immer wieder freuen. Denn diese Winterausstellung ist mittlerweile eine lieb gewonnene Tradition. Der Kunstsammler Henry Vaughan vermachte die Aquarelle im Jahr 1900 der Nation – zusammen mit der Vorgabe, dass sie nur im Januar gezeigt werden dürfen, wenn das Tageslicht am schwächsten ist. In diesem Jahr bietet sich auch die einmalige Gelegenheit, Turners "Norham Castle, Sunrise" in Edinburgh zu sehen, bevor es später im Jahr als Sonderleihgabe in die Tate umziehen wird.
Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Januar 2026 geöffnet.
Die Ausstellung Giants in den National Museums Scotland in Edinburgh
Wer im Januar in Edinburgh weilt, kann eine Zeitreise durch 66 Millionen Jahre Erdgeschichte unternehmen. Denn die Ausstellung präsentiert lebensgroße 3D-Modelle und nahezu vollständige Skelette kolossaler prähistorischer Kreaturen, die nach dem Aussterben der Dinosaurier die Erde bevölkerten – darunter den gewaltigen Megalodon-Hai, das imposante Wollhaarmammut mit einem Gewicht von bis zu acht Tonnen und Gigantopithecus blacki, einen asiatischen Primaten, der so groß war wie drei Orang-Utans. Dank interaktiver Elemente lassen sich die wissenschaftlichen Prozesse hinter Fossilfunden erkunden, während immersive Projektionen die natürlichen Lebensräume dieser ausgestorbenen Riesen wieder zum Leben erwecken.
Die Ausstellung ist vom 31. Januar bis zum 14. September 2026 zu sehen.
Condo in London, überall in der Stadt
Dieses Ausstellungsprogramm stellt die traditionelle Präsentationspraxis zeitgenössischer Kunst gehörig auf den Kopf. Einen Monat lang beherbergen Londoner Galerien internationale Kolleginnen und Kollegen, um Räume, Publikum und Ideen mit ihnen zu teilen. Insgesamt 50 Galerien an 23 Orten in der ganzen Stadt stellen Kunst aus und setzen dabei auf Zusammenarbeit sowie Dialog – und auf nahbare Begegnungen mit der Kunst. So lassen sich überall in London immer wieder Neues entdecken und Kunstwerke sowie Galerien in ungewohnten Zusammenhängen erleben.
Die verschiedenen Ausstellungen finden vom 17. Januar bis zum 14. Februar 2026 an verschiedenen Orten in ganz London statt.
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Fürs Heimkino |
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In der Arte-Mediathek:
Inside No. 9
Machen Sie sich auf etwas gefasst, denn diese Serie hat es in sich. Jede der halbstündigen Episoden erzählt eine eigenständige Geschichte hinter einer Tür mit der Nummer 9, wobei alle Folgen nur durch eine versteckte Hasenstatue und die grotesk-düstere Grundstimmung miteinander verbunden sind. Klingt absurd? Das ist es auch – und enorm witzig, seltsam, tiefgründig und ganz und gar einzigartig. Steve Pemberton und Reece Shearsmith mischen gekonnt schwarzen Humor mit kammerspielartiger Spannung und experimentieren mit Formaten: Von einer komplett stummen Slapstick-Episode über eine Live-Sendung bis hin zu einer als Gameshow inszenierten Folge zeigt die Serie eine beeindruckende kreative Bandbreite. Jede Episode endet mit einem überraschenden Twist, der zum erneuten Anschauen verleitet, um die vielen versteckten Hinweise zu entdecken.
Eine Staffel ist aktuell in der Arte-Mediathek verfügbar.
Bei Netflix:
Agatha Christie’s Seven Dials
Lady Eileen "Bundle" Brent ist erschüttert, als sie Gerry Wade tot in einem Bett ihres Familienanwesens findet. Am Abend hatte sie noch mit dem charmanten Herrn auf einer Party geflirtet. Was ist nur vorgefallen? Die unerschrockene Aristokratin macht sich sofort daran, das Geheimnis seines plötzlichen Todes aufzudecken. Denn wer könnte es auf Gerry Wade abgesehen haben und warum fehlt plötzlich ein Wecker? Je weiter sie der Sache auf den Grund geht, desto mehr finstere Geheimnisse kommen ans Licht. Diese neue Miniserie basiert auf Agatha Christies Roman "Der letzte Joker", auch bekannt als "Sieben Uhren", von 1929. Ab 15. Januar 2026 ist die erste Staffel bei Netflix abrufbar.
Bei Pluto TV:
Das Haus am Eaton Place
Wie wäre es mit einem Hauch Nostalgie? "Das Haus am Eaton Place" stammt aus den Siebzigern und ist eine der erfolgreichsten Serien der Welt. Die britische Familiensaga erzählt das Leben der wohlhabenden Familie Bellamy und ihrer Dienstboten im Stadthaus 165 Eaton Place in London zwischen 1903 und 1930. Die Geschichten spielen vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels von der edwardianische Ära über den Ersten Weltkrieg bis zu den Goldenen Zwanzigern und dem Börsencrash – wobei historische Großereignisse wie der Untergang der Titanic ebenso Raum finden wie die kleinen Dramen des Alltags. Auf Pluto TV stehen fünf Staffeln kostenfrei im Stream zur Verfügung.
Kino auf Bestellung:
Love & Friendship
Jane Austens posthum veröffentlichte Novelle "Lady Susan" war Vorlage für diese Komödie über die schöne und skrupellose Witwe Lady Susan Vernon, die mit raffinierten Manipulationen versucht, sowohl für ihre Tochter als auch für sich selbst eine vorteilhafte Heirat zu arrangieren. Für Humor und Charme sorgt der eher tölpelhafte Sir James Martin, dessen herrlich naive Auftritte echte Highlights sind. Dieser Film ist der Beweis, dass Jane Austens scharfzüngiger Witz nichts von ihrem Charme verloren hat – ein Geheimtipp für alle, die sprachgewandte Komödien mit Tiefgang und gewitzten Dialogen lieben.
Der Film steht noch bis zum 27. Januar 2026 in der ARD-Mediathek bereit.
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TV-Tipps |
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Aktuelles |
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News: Austernriffe vor der Küste
Wussten Sie, dass Austern einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten können? Genau aus diesem Grund soll vor der Küste von Norfolk in Ostengland bis Ende 2026 Europas größtes restauriertes Austernriff entstehen. Vier Millionen heimische Austern werden dafür in 40.000 speziell gestaltete Tonstrukturen auf dem Meeresboden angesiedelt. Die Organisation Oyster Heaven leitet das ambitionierte Projekt und will so ein lange verschwundenes marines Ökosystem wiederbeleben. Denn einst bedeckten Austernriffe über eine Million Hektar der europäischen Küsten. Überfischung, Krankheiten und Verschmutzung führten im letzten Jahrhundert fast zur Auslöschung der Riffe. Dabei sind die Tiere enorm wichtig: Wenn die Austern des Projekts einmal ausgewachsen sind, werden sie täglich Millionen Liter Meerwasser filtern, Schadstoffe entfernen und Lebensraum für andere Meerestiere bieten. Wenn alles klappt, werden die Austern für klareres Wasser, eine stärkere lokale Fischerei, eine verbesserte Kohlenstoffbindung und besseren Küstenschutz sorgen – eine ganze Menge für so eine kleine Auster. Projektleiter George Birch erklärt, das Vorhaben könne eine derart reiche Artenvielfalt zurückbringen, wie sie seit Generationen nicht mehr gesehen wurde. Langfristig soll sich das Riff selbst erhalten. Wenn das funktioniert, wäre es ein wunderbares Modell für die Meeresrestaurierung in ganz Europa. |
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Lesestoff |
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Josephine Tey: Der Mord in der Schlange
London in den 1920er-Jahren: Mitten im Getümmel vor einem ausverkauften West-End-Theater bricht plötzlich ein Mann tot zusammen. Der Schreck ist groß, als man bemerkt, dass ein Dolch in seinem Rücken steckt – und niemand etwas gesehen haben will. Auch die Identität des Opfers bleibt zunächst unklar. Inspector Grant von Scotland Yard steht vor einem schwierigen Fall, der mit überraschenden Wendungen und typisch britischem Humor besticht. Josephine Teys Werke gelten als Meilensteine des Genres – einer ihrer Romane diente Hitchcock als Filmvorlage, ein anderer wurde 1990 als bester Kriminalroman aller Zeiten gewählt.
Den englischen Krimi finden Sie in unserem Shop – solange der Vorrat reicht!
Jackie Bennett: Shakespeares Gärten
Blumen und Pflanzen durchziehen Shakespeares gesamtes Werk. Jackie Bennett verknüpft in diesem prächtigen Bildband die Biografie des Dichters mit fünf historischen Gärten in Stratford-upon-Avon, die ihn sein Leben lang prägten. Dabei stützt sie sich auf bisher unveröffentlichte Dokumente des Shakespeare Birthplace Trust. Das Buch zeigt, welche Zier-, Nutz- und Heilpflanzen Shakespeare kannte, welche exotischen Gewächse damals aus übersee eingeführt wurden und wie Gärten seiner Zeit gestaltet waren. Mit über 200 Fotografien und zahlreichen Zitaten aus den Dramen entsteht ein spannender Einblick in das Leben und Werk des Nationaldichters – ein Genuss für Literatur- und Gartenliebhaber gleichermaßen.
Auch der Atlas ist in unserem Shop zu finden (solange der Vorrat reicht).
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Sprachecke: Die Kunst des höflichen Neinsagens |
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Wenn Sie schon einmal in Großbritannien gelebt oder mit Briten zusammengearbeitet haben, kennen Sie das Phänomen wahrscheinlich: Eine direkte Ablehnung kommt Ihrem Gegenüber einfach nicht über die Lippen. Lieber umschiffen Britinnen und Briten Ablehnungen und Absagen wortreich und für unsereins oft umständlich und ausweichend. Das ist jedoch so gewollt, denn dieses "um den Brei herumreden" ist tief in der britischen Kultur verwurzelt. Allzu viel Direktheit kann in der britischen Gesellschaft schnell als unhöflich oder gar aggressiv wahrgenommen werden.
Kulturelle Hintergründe: Warum Briten ungern direkt ablehnen
Die britische Kommunikationskultur unterliegt bestimmten sozialen Konventionen. Höflichkeit ist ein wichtiger gesellschaftlicher Kitt, der gute Beziehungen aufrechterhält. Ein zu direktes "Nein" wird deshalb meist als Affront empfunden. Diese Zurückhaltung hatte früher auch praktische Gründe: In einer historisch dicht besiedelten Inselgesellschaft war es überlebenswichtig, Konflikte zu vermeiden und miteinander auszukommen. Daraus entwickelte sich eine Kommunikationsweise, die von Andeutungen, Untertönen und subtilen Signalen lebt. Was für Außenstehende kompliziert oder sogar unaufrichtig wirken mag, ist für Britinnen und Briten ein ausgeklügeltes System gegenseitigen Respekts.
Die Anatomie einer britischen Ablehnung
Eine typisch britische Absage folgt einem erkennbaren Muster, das meist aus mehreren Elementen besteht:
Teil Eins: Das vorbereitende Bedauern
Eine Ablehnung beginnt fast immer mit einer Form des Bedauerns. Dies dient als emotionaler Puffer und nimmt sanft Bezug auf eine eventuelle Enttäuschung des Gegenübers: "I'm terribly sorry, but..." (Es tut mir furchtbar leid, aber...) "I wish I could, but..." (Ich wünschte, ich könnte, aber...) "That's such a shame, unfortunately..." (Das ist wirklich schade, leider...)
Teil Zwei: Die kurze Begründung
Eine detaillierte Rechtfertigung für die Absage ist jedoch nicht nötig. Eine vage, aber plausible Erklärung genügt völlig. Tatsächlich können zu viele Details sogar den Eindruck erwecken, man erfinde Ausreden. Bewährte Formulierungen sind: "I'm completely swamped this month." (Ich bin diesen Monat völlig überlastet.) "I've got family commitments." (Ich habe familiäre Verpflichtungen.) "My schedule's absolutely rammed." (Mein Terminkalender ist komplett vollgepackt.)
Teil Drei: Die Wertschätzung des Angebots
Man sollte zudem darauf hinweisen, dass das Angebot oder die Einladung wertvoll war: "It's lovely of you to ask." (Es ist wirklich nett, dass Sie fragen.) "I really appreciate you thinking of me." (Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Sie an mich gedacht haben.) "What a wonderful invitation." (Was für eine wunderbare Einladung.)
Teil Vier: Der positive Ausblick (wenn authentisch)
Achtung: Schlagen Sie eine Alternative nur vor, wenn Ihrerseits echtes Interesse besteht. Denn unaufrichtige Alternativangebote fallen unangenehm auf und gelten als besonders unhöflich: "Could we look at the following month instead?" (Könnten wir stattdessen den nächsten Monat ins Auge fassen?) "I'd be delighted to catch up once things settle down." (Ich würde mich freuen, uns zu treffen, sobald sich alles beruhigt hat.)
Ein höfliches Nein am Arbeitsplatz
Ihr Chef bittet Sie, ein Projekt zu übernehmen, das Sie nicht übernehmen möchten: Sagen Sie besser nicht: "No, I don't want to do that." (Nein, das möchte ich nicht machen.) Verpacken Sie es lieber höflich: "I appreciate you considering me for this. Unfortunately, with the quarterly reports, I'm rather stretched at the moment. Perhaps John might have capacity?" (Ich schätze es, dass Sie an mich gedacht haben. Leider bin ich mit den Quartalsberichten im Moment ziemlich ausgelastet. Vielleicht hätte John Kapazitäten?)
Die ungelegene Einladung zum Essen
Ihre nicht allzu sympathischen Nachbarn laden Sie zu einem Abendessen ein, aber Sie möchten nicht hingehen: Sagen Sie keinesfalls: "No thanks, we are busy." (Nein danke, wir sind beschäftigt.) Wesentlich besser für eine entspannte Nachbarschaft ist: "How kind of you to invite us! Sadly, we're not available that evening, but do enjoy yourselves." (Wie nett von Ihnen, uns einzuladen. Leider sind wir an diesem Abend nicht verfügbar, aber wir wünschen Ihnen einen schönen Abend.)
Der aufdringliche Verkäufer
Stellen Sie sich vor, Sie werden von jemandem angesprochen, der Ihnen eine ungewollte Mitgliedschaft verkaufen möchte: Sie sollten besser nicht unwirsch sagen: "Not interested." (Nicht interessiert.) Weitaus höflicher ist: "That's kind of you, but I'm quite sorted already, thank you." (Das ist nett von Ihnen, aber ich bin bereits gut versorgt, danke.)
Feinheiten & Warnsignale
Britinnen und Briten nutzen im Alltag auch bestimmte Formulierungen, die für Englischlernende oft wie Zustimmung klingen - aber tatsächlich höfliche Ablehnungen sind: "That's interesting." (Das ist interessant.) bedeutet meist: "Ich finde das überhaupt nicht gut." "I'll bear that in mind." (Ich werde das im Hinterkopf behalten.) heißt häufig: "Ich werde das definitiv nicht tun." "We could potentially consider that." (Wir könnten das potenziell in Betracht ziehen) signalisiert eigentlich: "Das wird niemals passieren" "With the greatest respect." ("Bei allem Respekt.") leitet typischerweise eine vollkommene Ablehnung ein.
Häufige Fehler
Englischlernende machen zudem oft den Fehler, britische Höflichkeit als Unentschlossenheit zu interpretieren. Wenn jemand sagt: "I'm not sure that would work", (Ich bin nicht sicher, ob das funktionieren würde.) heißt das schlicht "Nein". Wer das nicht sofort als Ablehnung akzeptiert und weiter überzeugen möchte, wirkt schnell unhöflich und respektlos. Idealerweise sollten Sie es auch unterlassen, sich übertrieben zu entschuldigen oder zu viele Begründungen anzuführen. Das kann mitunter verzweifelt oder unaufrichtig wirken. Die Kunst liegt in der Balance zwischen respektvoller Höflichkeit und ausreichend Klarheit, um verstanden zu werden.
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Rezept des Monats: Welsh Rarebit |
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Dieses berühmte walisische Gericht stammt aus dem 18. Jahrhundert. Bei genauer Betrachtung ist es ein "vornehmer Käsetoast" mit walisischem Einschlag. Doch durch die aromatischen Zutaten entsteht eine einfache, aber raffinierte Leckerei, die sich fürs Frühstück oder als Vorspeise eignet. Typisch walisisch wird es durch den kräftigen Käse, einen guten Schuss Ale und das Laverbread – ein walisisches Mus aus gekochten Algen, das dem Welsh Rarebit den besonderen Geschmack verleiht. Wenn Sie die walisische Spezialität nicht im Haus haben, können Sie den Toast auch ohne zubereiten oder mit krossem Speck oder ein wenig Lauch verfeinern.
Zutaten:
- 250 g Cheddar-Käse (Walisischer Caerphilly oder Hafod-Käse passen auch prima)
- 70 ml Ale oder Bier
- 1-1,5 EL Worcestershire-Sauce
- 20 g Butter, geschmolzen
- 1 EL Senf (probieren Sie aus, welche Sorte Ihnen am besten schmeckt. Englischer Senf ist stilecht, aber Dijon-Senf passt auch gut)
- 4 dicke Scheiben gutes Weißbrot oder Toastbrot
Zum Verfeinern:
- 1 Esslöffel Laverbread (walisische Spezialität aus Algen. Das ist die typischste Version, aber mitunter schwer zu bekommen)
- Alternativ: Knuspriger Speck oder Lauch/Frühlingszwiebeln in feinen Scheiben
Zubereitung:
Lassen Sie den Backofen mit angeschalteter Grillfunktion auf etwa 180 Grad vorheizen. Vermischen Sie dann in einer mittelgroßen Schüssel den geriebenen Käse, das Bier oder Ale, die geschmolzene Butter, die Worcestershire-Sauce und den Senf. Rühren Sie so lange, bis alles gut vermischt ist. Rösten Sie anschließend das Brot auf einer Seite leicht unter dem vorgeheizten Grill oder einfach im Toaster. Den vorgeheizten Ofen brauchen Sie später noch. Nun eine großzügige Schicht der Mischung auf die (wenn vorhanden) ungetoastete Seite des Brots geben – reichlich, sodass auch die Ränder bedeckt sind. Wenn Sie eine Version mit Laverbread zubereiten möchten, verteilen Sie zuerst eine dünne Schicht des Algenaufstrichs auf jeder Scheibe Brot und geben dann die Käsemischung darüber. Legen Sie die Scheiben auf ein Backblech und schieben Sie sie direkt unter den Grill. Grillen Sie die Brote für etwa fünf Minuten, bis der Käse geschmolzen und goldbraun ist. Nehmen Sie die Scheiben dann vorsichtig aus dem Ofen. Bei eckigem Brot können Sie jede Scheibe ganz stilecht diagonal halbieren und noch heiß servieren. Geben Sie je nach Wunsch noch krossen Speck oder etwas Lauch oder Frühlingszwiebeln als Topping darauf. Sie können die Welsh Rarebit entweder allein oder zusammen mit einem knackigen grünen Salat und fruchtigem Chutney servieren.
Guten Appetit!
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Zu guter Letzt: The Routemaster |
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Der ikonische rote Doppeldeckerbus, der durch Londons Straßen kurvt, gehört zu unserem kollektiven Bild von der britischen Hauptstadt einfach dazu. Viele von uns denken dabei an ein ganz bestimmtes Modell: The Routemaster. Über ein halbes Jahrhundert lang prägte der Bus das Londoner Stadtbild und wurde auch zum Symbol britischer Ingenieurskunst.
Die Geburt einer Legende
Die Geschichte des Routemasters beginnt in den 1940er-Jahren, als London Transport erkannte, dass die Stadt einen Bus mit besonderen Merkmalen benötigte. Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit rollte 1954 der erste Prototyp vom Band, 1956 begann der reguläre Linienverkehr. Seit den 1920er-Jahren hatte es keine derartige Neuausrichtung des Nahverkehrs mehr gegeben – eine kleine Revolution auf vier Rädern. In Zusammenarbeit mit der Associated Equipment Company (AEC) und Park Royal Vehicles entstand der RM1, der erste Serien-Routemaster. Die Vorgaben waren klar: Der Bus sollte durch Londons enge Straßen navigieren können, möglichst viele Passagiere befördern und dabei im anspruchsvollen Stadtverkehr zuverlässig funktionieren. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Ein rotes Schmuckstück mit Platz für 64 Fahrgäste auf zwei Etagen – davon 36 Sitzplätze und 28 Stehplätze.
Meisterwerk der Funktionalität
Was den Routemaster aber wirklich besonders machte, war seine offene Heckplattform. So konnten die Reisenden ganz einfach bei einem langsam fahrenden Bus ein- und aussteigen – ein enormer Vorteil im dichten Londoner Verkehr. Der stets präsente Schaffner sorgte für Sicherheit und verlieh dem öffentlichen Nahverkehr auch eine soziale Komponente, an die sich viele Londoner heute noch mit Wehmut erinnern. Die leichte Aluminium-Karosserie war für ihre Zeit revolutionär und machte den Routemaster deutlich leichter als seine Vorgänger, ohne Abstriche bei der Stabilität. Unabhängige Vorderradaufhängung, Servolenkung und Automatikgetriebe – all diese Innovationen verbesserten sowohl den Fahrkomfort für Passagiere als auch die Arbeitsbedingungen für die Fahrer. Das geschwungene Treppenhaus zum Oberdeck maximierte die Raumausnutzung, während große Fenster eine hervorragende Aussicht boten – perfekt für Sightseeing-Touren.
Mehr als nur ein Bus
Der knallrote Routemaster wurde schnell zum Filmstar. In zahllosen James-Bond-Filmen, Fernsehserien und Werbespots tauchte seine unverwechselbare Silhouette auf und wurde zur visuellen Repräsentation für London selbst. Besonders die berühmte Route 15 von Tower Hill nach Paddington entwickelte sich zum inoffiziellen Touristenmagneten - vorbei an vielerlei Highlights entlang der St. Paul's Cathedral, Fleet Street und Regent Street.
Das Ende einer Ära
Trotz seiner immensen Beliebtheit geriet der Routemaster ab den 1980er-Jahren unter Druck. Neue Gesetze zur Barrierefreiheit forderten einen stufenlosen Einstieg, was mit der offenen Plattform schlichtweg unmöglich war. Steigende Personalkosten machten das Zweipersonen-Modell mit Schaffner zudem unrentabel. Hinzu kam, dass moderne Busse mehr Effizienz und niedrigere Emissionswerte boten.
Es kam, wie es kommen musste: Im Dezember 2005 endete nach fast 50 Jahren der reguläre Routemaster-Betrieb. Die Ausmusterung löste landesweite Proteste und eine Welle der Nostalgie aus. Petitionen und Medienkampagnen zeigten, wie tief die emotionale Bindung der Londoner Bevölkerung zu ihren roten Bussen war.
Lebendiges Erbe
Doch der Bus ist nicht ganz aus London verschwunden: Heute lebt der Routemaster in Heritage-Linien und durch private Touranbieter weiter. Insgesamt wurden 2.876 Fahrzeuge gebaut, von denen etwa 1.230 noch existieren. Der 2012 eingeführte "New Routemaster" versuchte, den Charme des Originals mit modernen Standards zu kombinieren – ein Beweis, wie sehr der rote Bus mit Londons Geschichte verknüpft ist.
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